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Projektbericht Galgenberg

Die Projektfläche am Galgenberg kam im Anschluss an einen unserer Vorträge zu uns. Aus einem Gespräch entwickelte sich der Kontakt zur Stadt Nürtingen und daraus die Frage, wie diese bestehende, aber stark in die Jahre gekommene Streuobstwiese weiterentwickelt werden kann.

Der Galgenberg liegt im Landschaftsschutzgebiet und ist Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft. In den vergangenen Jahren fehlte jedoch eine klare Zuständigkeit und ein übergeordnetes Entwicklungskonzept. Einzelne Bäume wurden punktuell ergänzt, Pflegemaßnahmen erfolgten nur eingeschränkt. Die Fläche entwickelte sich weiter, jedoch ohne klare Richtung.

Gleichzeitig ist hier ein besonderer Ort entstanden: alte Obstbäume, gewachsene Strukturen und ein hohes ökologisches Potenzial.

Unser Ziel ist es, diese vorhandene Substanz zu stabilisieren, zu pflegen und behutsam weiterzuentwickeln, im Einklang mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben und natürlichen Prozessen.

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Unser Plan, den wir im November 2025 umgesetzt haben

Unsere Ziele auf der Fläche

Die Entwicklung am Galgenberg ist ein Projekt für die Zukunft.

 

Ziel ist es, die bestehende Streuobstwiese zu stabilisieren, behutsam weiterzuentwickeln und ihre ökologische Qualität nachhaltig zu stärken. Die vorhandenen Altbäume bilden dabei die Grundlage. Durch gezielte Ergänzungen mit robusten, überwiegend alten Sorten entsteht eine vielfältige Alters- und Artenstruktur, die die Fläche widerstandsfähiger macht.

Gleichzeitig werden wertvolle Lebensräume erhalten, indem abgestorbene Bäume, sofern standsicher, bewusst als stehendes Totholz bestehen bleiben. Die Umstellung auf eine extensive, schonende Bewirtschaftung fördert eine artenreiche Wiesenstruktur und stärkt das Bodenleben. Nutzung und Naturschutz werden dabei nicht als Gegensätze verstanden, sondern als Teil eines gemeinsamen Konzepts.

 

Alle Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und werden kontinuierlich beobachtet, bevor weitere Maßnahmen folgen.

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Verbesserung der Bodenstruktur

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Alte Streuobstwiese revitalisieren

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Biodiversität steigern

Projektchronologie

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29. Mai 2024
Erste Kontaktaufnahme mit der Stadt Nürtingen.

25. Juni 2024
Vor-Ort-Termin mit dem Tiefbauamt Nürtingen am Galgenberg.

5. August 2024
Treffen mit dem Umweltbeauftragten der Stadt Nürtingen; Weiterleitung an die Untere Naturschutzbehörde.

17. September 2024
Erste Ablehnung des ursprünglichen Konzepts. “Essbarer Stadtpark” am Galgenberg in Nürtingen war im Landschaftsschutzgebiet nicht genehmigungsfähig, daraus entstand ein angepasster, naturschutzfachlich abgestimmter Entwicklungsplan.

Herbst 2024
Überarbeitung der Planung, Erstellung von CAD-Plänen und erneute Abstimmung.

Wir starten unsere Projekte mit Bodenproben, auf deren Grundlage wir die weiteren Schritte festlegen.

14. Januar 2025
Vor-Ort-Termin mit der Naturschutzbehörde Esslingen; Grundsätzliche Zustimmung unter angepasstem Rahmen.

Frühjahr / Sommer 2025
Bewilligung des Stiftungsantrags bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Flächenbegehungen, Monitoring und Bodenproben.

2. September 2025
Offizielle Genehmigung des angepassten Plans.

7. November 2025
Pflanztag: endlich! Umsetzung der ersten Entwicklungsphase. Pflanzung von Hochstämmigen Obstbäumen

2026
Beobachtung, Pflege und weitere Maßnahmen

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Das Treffen und Spende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen war ein großer Lichtblick für das Projekt

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Mit dem Raiffeisen Laborservice arbeiten wir seit der ersten Fläche zusammen.

Standort- und Bodenanalyse Galgenberg

Grundstücksanalyse 

orientiert an https://derwaldgarten.de/grundstuecksanalyse-des-waldgartens/

Standort: Galgenberg

  • Koordinaten: 48°37'44.1"N 9°19'25.1"E

  • Flächengröße: etwa 5.000 m²

  • Klimazone USDA-Zone 8a/7b (-12.2°C/-15°C) https://www.plantmaps.com/interaktiv-deutschland-klimazonen-karte-celsius.php

  • Gefälle: Nach Osten

  • Niederschlag: (Nürtingen) 877mm/Jahr

  • Sonne: Osthang, 6–9h direkte Sonne im Sommer, Beschattung durch umliegende Bäume

  • Umgebungseinträge:

    • Hang abwärts: Galgenberg-Stadtpark

    • Hang aufwärts: Streuobst-Wiese, Landwirtschaft: Dünger- und Spritzmitteleintrag

    • Generell: Fußgänger, Hunde, Rehe

Nürtingen: Klima und durchschnittliches Wetter: https://de.weatherspark.com/y/63849/Durchschnittswetter-in-N%C3%BCrtingen-Baden-W%C3%BCrttemberg-Deutschland-das-ganze-Jahr-%C3%BCber


 

Unsere Bodenanalyse/Bodenprobe: 

Raiffeisen-Laborservice

  • Die Nährstoffversorgung ist insgesamt unausgewogen.

  • Bodenart: L (Lehm)

Hauptnährstoffe:

  • pH-Wert: hoch (6,7 - Ziel-pH: 6,5)

  • Organischer Kohlenstoff: Hoch (3,7%)

  • Humusgehalt: Stark humos (6,36%)

  • Gesamt-Stickstoff: sehr hoch (373mg/100g)

  • C/N-Verhältnis: sehr eng (9,9:1)

  • Gesamt-Schwefel: sehr hoch (51mg/100g)

  • Phosphor (P2O5): sehr niedrig (3mg/100g)

  • Kalium(K2O): niedrig (15mg/100g)

  • Magnesium (Mg): optimal (12mg/100g)

  • Carbonatgehalt: carbonatarm (0,81%)

Spurenelemente:

  • Bor (B): Optimal (0,86 mg/kg) – Optimalbereich: 0,4-1,2

  • Kupfer (Cu): sehr hoch (4,3 mg/kg) – Optimalbereich: 1,5-4

  • Mangan (Mn): sehr hoch (145,7 mg/kg) – Optimalbereich: 30-60

  • Eisen (Fe2+): sehr hoch (159,4 mg/kg) – Optimalbereich: 30-100

  • Zink (Zn): sehr hoch (4,9 mg/kg) – Optimalbereich: 1,5-3

  • Aluminium (Al 3+/toxisch): sehr niedrig (unbedenklich) (29 mg/kg)
     

Erläuterung zur Bodenprobe:

  • STICKSTOFF ist Bestandteil der Pflanzenproteine und für das Wachstum der Pflanze unentbehrlich. Ein Überschuss reduziert allerdings die Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge.

  • PHOSPHOR ist am Energiestoffwechsel der Pflanze beteiligt und wichtig für die Entwicklung von Blüten, Samen und Früchten.

  • KALIUM reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze und stärkt die Widerstandskraft gegen Schädlinge, Krankheiten, Trockenheit und Kälte. Geschmack und Haltbarkeit von Früchten wird durch Kalium günstig beeinflusst.

  • MAGNESIUM ist als Bestandteil des Blattgrüns für die Photosynthese wichtig.

  • BOR ist wichtig für den Aufbau der Zellwände, die Wuchsteuerung, den Kohlehydratstoffwechsel, die Blüten- und Fruchtbildung.

  • KUPFER wird für die Nitrataufnahme, den Protein- Zellwandaufbau benötigt.

  • MANGAN ist für die Herstellung von Fettsäuren und für die Bildung von Blattgrün notwendig.

  • EISEN ist notwendig für den Proteinaufbau und die Photosynthese. Zu hohe Werte werden oft durch Sauerstoffmangel im Boden verursacht, z.B. durch Verdichtungen oder Staunässe.

  • ZINK wird für die Photosynthese, den Wuchsstoffhaushalt und die Stärkeeinlagerung gebraucht.

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Jeder Baum wird einzeln aufgenommen um den Plan vollständig zu machen

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Ein Beispiel, was wir aus der Bodenprobe ableiten können:

Aus der Bodenanalyse leiten wir keine pauschale Düngung ab. Statt kurzfristiger Nährstoffkorrekturen setzen wir auf eine langfristige Bodenregeneration durch extensive Bewirtschaftung und organischen Kreislaufaufbau.

Der hohe Stickstoffgehalt und das enge C/N-Verhältnis zeigen, dass der Boden sehr wüchsig ist. Um hier wieder ein ausgewogenes Verhältnis zu fördern, arbeiten wir unter anderem mit kohlenstoffreichem Mulchmaterial wie Holzhackschnitzeln. Dieses unterstützt den Humusaufbau und kann helfen, das Stickstoffangebot langfristig in Balance zu bringen.

Gleichzeitig fördern wir tiefwurzelnde Kräuter wie Wegwarte, Luzerne, Schafgarbe oder Wilde Möhre. Sie verbessern die Bodenstruktur, wirken gegen mögliche Verdichtungen und unterstützen die Durchlüftung des Bodens.

Da Kalium und Phosphor im Boden eher niedrig sind, setzen wir bewusst auf Pflanzen, die als „Nährstoffpumpe“ wirken. Arten wie Beinwell können Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten aufnehmen und über ihre Biomasse wieder an die Oberfläche bringen, ein natürlicher Kreislauf statt externer Düngung.

Auch die Mahd wird gezielt gesteuert. Wird das Heu vollständig abgeräumt, werden Nährstoffe, insbesondere Stickstoff aus dem System exportiert, was bei hohem Stickstoffgehalt sinnvoll ist. Gleichzeitig geht dabei jedoch auch Kalium verloren. Daher arbeiten wir mit einem gestaffelten Vorgehen: Teilbereiche oder wechselnde Streifen werden abgeräumt, um Stickstoff zu reduzieren und die Artenvielfalt zu fördern, während andere Bereiche als Mulch- oder Altgrasstreifen verbleiben und Nährstoffe im System halten.

Die Entwicklung des Bodens wird kontinuierlich beobachtet. Unser Ziel ist kein schneller Ausgleich einzelner Werte, sondern ein langfristig stabiles, lebendiges Bodensystem.

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Oft ist unsere Hauptaufgabe mit den verschiedensten Menschen zu sprechen und vor Ort ein Bewusstsein für unsere Arbeit zu schaffen

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Herausforderungen
auf der Fläche

​Die Lage am Übergang zwischen Stadtpark, Landwirtschaft und öffentlicher Nutzung bringt besondere Herausforderungen mit sich. Einträge aus angrenzender Bewirtschaftung, Hundeverkehr, Wildverbiss sowie unterschiedliche Nutzungsinteressen erfordern eine sensible Pflege und klare Kommunikation.

Permakulturprinzip: Fair Share - gerechtes Teilen

Naturschutz soll die Menschen in Zukunft nicht ausschließen. Die Bäume auf der Fläche werden mit gelben Bändern gekennzeichnet. Sie signalisieren: Diese Bäume stehen der Allgemeinheit zur Ernte zur Verfügung.

Damit entstehen Transparenz und ein klarer Umgang mit Nutzung und Schutz im Landschaftsschutzgebiet. Unser erster Schritt in diese Richtung. Ganz nach dem Permakulturprinzip “Fair share”.

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Tiere auf der Fläche am Galgenberg

Die Fläche am Galgenberg ist schon durch ihre Lage ein lebendiger Rückzugsort für zahlreiche Tierarten.

Durch schonende Pflege, Handmahd und neue Biodiversitätsstrukturen, wie Totholz-Bereiche finden hier immer mehr Tiere Nahrung, Schutz und geeignete Lebensräume. Außerdem befinden sich einige Feldgehölz-Strukturen auf der Fläche und drumherum, die für viele Vogelarten und Kleintiere idealen Schutz bieten. Auf unseren regelmäßigen Rundgängen konnten wir bereits verschiedene Insektenarten, Eidechsen, beobachten.

 

Auch Vögel wie Stare, Meisen und Rotkehlchen nutzen die Streuobstwiese als Nahrungs- und Brutraum. Diese Beobachtungen zeigen deutlich, wie sich eine gepflegte, strukturreiche Streuobstfläche innerhalb weniger Monate zu einem wertvollen Lebensraum für heimische Tierarten entwickeln kann.

Image by Niilo Isotalo

Rothörnchen 
(Tamiasciurus)

Image by Bob Brewer

Reh
(Capreolus capreolus)

Image by Hans Veth
Image by Amee Fairbank-Brown

Rabenkrähe

(Corvus corone)

Image by Andrey Strizhkov

Feldspatz 
(Passer montanus) 

Image by Kevin Yates

Grünspecht 
(Picus viridis)

Image by Victoria Prymak

Mäusebussard 
(Buteo buteo)

Image by Yusuf Onuk

Feldmaus 
(Microtus arvalis)

Image by Utsman Media

Falkenlibellen 

(Corduliidae)

Image by Matthieu Rochette

Star (Sturnus vulgaris)

Image by Harshit Suryawanshi

Türkentaube 

(Streptopelia decaocto)

Image by Harald Attila

Rosenkäfer 
(Cetoniinae)

Die Auswahl der neuen Obstbäume erfolgte bewusst und in mehreren Schritten. Da sich die Fläche im Landschaftsschutzgebiet befindet, war eine sorgfältige, standortgerechte Entscheidung besonders wichtig.

Wir haben uns überwiegend für alte, robuste Sorten entschieden. Diese zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, Witterungsschwankungen und Standortunterschieden aus. Gleichzeitig tragen sie zur genetischen Vielfalt bei und stärken die langfristige Stabilität der Streuobstwiese.

Ein weiterer Aspekt war die Erweiterung des bestehenden Bestands. Vor der Pflanzung dominierte vor allem Apfel. Durch die Ergänzung mit Birne, Pflaume, Kirsche, Quitte, Speierling sowie weiteren Stein- und Kernobstarten entsteht eine deutlich vielfältigere Struktur. Unterschiedliche Blühzeitpunkte fördern Insekten über einen längeren Zeitraum, verschiedene Fruchtzeiten verlängern die Erntesaison für die Menschen in Nürtingen.

Einige Arten, wie etwa der Speierling, bringen zusätzlich ökologische Wertigkeit in die Fläche, da sie selten geworden sind und besonders strukturprägend wirken. Die Sorten decken bewusst unterschiedliche Reifezeitpunkte von Juli bis November ab und ermöglichen so eine durchgehende Erntesaison.

Unsere Sortenwahl verbindet somit drei Ebenen:
ökologische Stabilität, landschaftliche Vielfalt und eine vielseitige Ernte für die Bevölkerung.

Sortenauswahl -
Warum diese Bäume?

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Viele tolle Pflanzen am Galgenberg

Altbestand:

  • 18x Äpfel, 2x Walnuss, 2x Birne, 2x Kirsche, 1x Esche, 1x Hasel, 1x Weißdorn, 1x Holunder

  • Angrenzend: 2 riesige Eichen, 2 Feldahorne, 2 Robinien, 2 Haselsträucher

Neupflanzung:

  • Artenliste: 1 x Sauerkirsche, 1 x Aprikose, 1 x Speierling, 1 x Pfirsich, 2 x Süßkirsche, 2 x Quitte, 3 x Birne, 5 x Pflaume (2x Pflaume, 2x Zwetschge, 1x Mirabelle)

  • Sortenliste: Süßkirschen: 1x Hedelfinger Riesenkirsche, 1x Große schwarze Knorpelkirsche / Birnen: 1x Gräfin von Paris, 1x Palmisch Birne, 1x Nägelesbirne / Sauerkirsche: 1x Schattenmorelle / Aprikose: 1x Ungarische Beste / Pfirsich: 1x Revita / Quitte: 2x Konstantinopeler Apfelquitte / Reneklaude oder Pflaume: 1x Graf Althans, 1x The Czar / Zwetschge: 1x Bühler Frühzwetschge, 1x Hauszwetschge / Mirabelle: 1x Mirabelle von Nancy / Speierling 1x (Sorbus domestica)

 

Sorten: Erklärungen / Beschreibungen:
Warum haben wir uns für diese Sorte entschieden?

 

1. Pfirsich - Prunus persica var. persica ‘Revita’

  • Eine Sorte, die wir bei der Baumschule Rall angeboten bekommen haben, da es von unseren Angefragten keine andere gab.
    Leider keine regionale Sorte mit unbekanntem Alter, trotzdem mit einigen tollen Eigenschaften:

  • Gute Resistenz gegen Kräuselkrankheit,

  • Gut eingewurzelte Pflanzen benötigen nur bei extremer Trockenheit zusätzliches Wasser.

  • Geschmack: süßer, pikanter Geschmack und schön saftig.

  • Verwendungen: Frischverzehr, Saft, Kompott 

  • Fruchtreife: Mitte bis Ende August.

https://www.pflanzenhof-vaihingen.de/shop/artikel/185/prunus-persica-var-persica-revita

 

2. Aprikose - Prunus armeniaca ’Kuresia’

  • Eine Sorte, die wir bei Baumschule Rall angeboten bekommen haben, da es von unseren Angefragten keine andere gab.
    Leider mit unbekanntem Alter trotzdem mit einigen tollen Eigenschaften:

  • scharkaresistent!

  • Geschmack: schön saftig, süß, aromatisch

  • Verwendung: Frischverzehr, Marmelade, Getrocknet, Backen

  • Fruchtreife: Ende Juli–Anfang August.

  • Herkunft: Deutschland Sachsen-Anhalt

https://www.pflanzenhof-vaihingen.de/shop/artikel/189/prunus-armeniaca-kuresia

https://biobaumversand.de/Aprikose-Kuresia/008010410504768

3. Birne - Pyrus communis ‘Gräfin von Paris’

  • Alte europäische Sorte (1889)

  • Geschmack: fein gewürzter, süßer Geschmack

  • Verwendung: “Als Winterbirne ist die Gräfin von Paris eine der wenigen Birnensorten, die auch vom Lager noch sehr gut schmecken.”- Frischverzehr, Brennsorte

  • Fruchtreife: ab November

  • Herkunft: Mitteleuropa

https://biobaumversand.de/Birnbaum-Graefin-von-Paris/006660173008127

 

4. Pflaume - The Czar

  • Alte europäische Sorte (1874)

  • Geschmack: süßer, mit kräftiger Säure versetzter Geschmack. 

  • Verwendung: Pflaumenkompott, 

  • Fruchtreife: Ab August, folgernde Reife

  • Herkunft:  in England aus den Pflaumen Prinz Engelbert und Early Prolific gezüchtet.

  • Gut zu wissen: Durch ihre folgernde Reife wird sie gerne in Hausgärten gepflanzt, da sie den ganzen August über für frische, direkt genießbare Früchte sorgt. 

https://biobaumversand.de/Pflaume-The-Czar/003208712764606
 

5. Quitte - Konstantinopeler Apfelquitte

  • Altbekannte Sorte mit unbekanntem Ursprung. 

  • Geschmack: Direkt vom Baum ist die Apfelquitte säuerlich im Geschmack und versprüht einen typischen Apfelduft. Beim Kochen tritt die Säure etwas in den Hintergrund und weicht einem vollmundigen Aroma. 

  • Verwendung: Backsorte, Marmelade o.ä.

  • Fruchtreife: Ab Oktober

  • Herkunft: Obwohl der Name sehr deutlich suggeriert, sind die Quellen unzureichend, deswegen kann nur vermutet werden, dass die Sorte aus der Türkei kommt. Andere Quellen sprechen vom Kaukasusgebiet.

https://biobaumversand.de/Apfelquitte-Konstantinopeler/003026223803431

 

6. Speierling

  • “Speierling kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Deshalb gilt er als heißer Kandidat für eine Zukunftsbaumart.”

https://www.forstpraxis.de/der-speierling-mitteleuropas-seltenste-baumart-22674

  • Traditionelle Wildobstart mit großer kulturhistorischer Bedeutung in Süddeutschland. Der Speierling wächst langsam, kann jedoch sehr alt werden und entwickelt einen kräftigen Stamm mit breit ausladender Krone. Er gilt als langlebiger, standorttoleranter Baum und ist besonders robust gegenüber Trockenheit.

  • Blüte: weiße Doldenblüten im Frühjahr, wichtige Nahrungsquelle für Insekten.

  • Frucht: kleine apfel- oder birnenförmige Früchte, zunächst hart und herb, nach der Nachreife aromatisch und leicht süß-säuerlich.

  • Verwendung: Mostsorte (zur Veredelung von Apfelwein), Brennsorte, traditionelle Verarbeitungsfrucht.

  • Fruchtreife: ab Oktober, Genussreife nach Lagerung.

  • Herkunft: Süd- und Mitteleuropa; in Deutschland vor allem in wärmeren Regionen verbreitet, heute selten geworden.

  • Besonderheit: ökologisch wertvoller, landschaftsprägender Baum mit hoher Bedeutung für Biodiversität.

 

7. Birne - Palmisch

  • Streuobstsorte des Jahres 2005 in Baden-Württemberg. Klein gewachsen ist die Birne Kreisel förmig geformt. Kräftig wachsend bildet der Birnbaum der Palmischbirne einen starken Stamm und starke, aufrecht wachsende Leitäste. 

  • Gegen Feuerbrand unanfällig. 

  • Geschmack: süß herben Geschmack mit festem Fruchtfleisch

  • Verwendung: Dörren, Brennsorte, Backsorte, Mostsorte

  • Fruchtreife: ab September

  • Herkunft: Süddeutschland (BaWü / Bayern)

https://biobaumversand.de/Birnbaum-Palmischbirne/006170400302250

8. Mirabelle - von Nancy 

  • Alte, bewährte Mirabellensorte mit hoher Ertragssicherheit und guter Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte. Der Baum wächst mittelstark bis stark, bildet eine breit aufgebaute Krone und gilt als robust sowie vergleichsweise pflegeleicht.

  • Blüte: reichhaltige weiße Blüten im Frühjahr, wertvoll für Bienen und andere Bestäuber.

  • Frucht: kleine, rundliche, goldgelbe Früchte mit rötlicher Sonnenseite. Sehr aromatisch, süß mit feiner Würze, saftiges Fruchtfleisch, gut steinlösend.

  • Verwendung: Frischverzehr, Marmelade, Kompott, Kuchen, Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab August.

  • Herkunft: Ursprünglich aus dem Raum Nancy (Frankreich), seit dem 19. Jahrhundert im süddeutschen Raum verbreitet und eine klassische Streuobstsorte.

  • Besonderheit: zuverlässig tragende Sorte mit hoher geschmacklicher Qualität und vielseitiger Verwendbarkeit.

https://www.grandmuehle-museum.de/streuobstwiesen/mirabelle-von-nancy/

9. Sauerkirsche - Schattenmorelle

  • Bewährte, weit verbreitete Sauerkirschsorte mit zuverlässigem Ertrag. Der Baum wächst mittelstark, bildet eine lockere, gut belichtete Krone und ist für den Streuobstanbau gut geeignet. Die Schattenmorelle gilt als vergleichsweise robust und anpassungsfähig.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroße bis große, dunkelrote Früchte mit saftigem, weichfleischigem Fruchtfleisch. Deutlich säuerlich-aromatischer Geschmack.

  • Verwendung: klassische Verarbeitungsfrucht für Kuchen, Marmelade, Kompott, Saft und Brennerei; auch zum Einkochen geeignet.

  • Fruchtreife: ab Juli.

  • Herkunft: Seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland verbreitet, eine der bekanntesten Sauerkirschsorten im mitteleuropäischen Raum.

  • Besonderheit: bewährte, ertragreiche Sorte mit vielseitiger Verwendung und guter Eignung für den Haus- und Streuobstanbau.

https://www.lorberg.com/de-de/prunus-cer-schattenmorelle-cac

 

10. Süßkirsche - Schwarze Knorpelkirsche

  • Traditionelle Süßkirschsorte mit kräftigem Wuchs und langlebiger Entwicklung. Der Baum bildet eine breite, gut aufgebaute Krone und eignet sich besonders für den extensiven Streuobstanbau. Als stark wachsende Sorte trägt sie zur langfristigen Struktur der Streuobstwiese bei.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroß bis groß, dunkelrot bis nahezu schwarz. Das Fruchtfleisch ist fest („knorpelig“), saftig und aromatisch süß.

  • Verwendung: Frischverzehr, Kuchen, Kompott, Marmelade, Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab Juli.

  • Herkunft: Seit dem 19. Jahrhundert im süddeutschen Raum verbreitet und eine der klassischen Knorpelkirschen im Streuobstanbau.

  • Besonderheit: feste, transport- und lagerfähige Früchte sowie ein kräftiger, strukturgebender Wuchs, der das Artenspektrum der Fläche sinnvoll ergänzt.

https://www.lorberg.com/de-de/prunus-avium-grosse-schwarze-knorpelkirsche

 

11. Zwetschge - Bühlers Frühzwetschge

  • Bewährte, frühreifende Zwetschgensorte mit mittelstarkem bis kräftigem Wuchs und gut aufgebauter, breitkroniger Entwicklung. Der Baum gilt als robust, ertragssicher und eignet sich gut für den extensiven Streuobstanbau.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroß, länglich-oval, dunkelblau bis violett bereift. Das Fruchtfleisch ist gelblich, saftig, süß mit angenehmer Säure und gut steinlösend.

  • Verwendung: Frischverzehr, Kuchen, Kompott, Marmelade, Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab Juli bis Anfang August.

  • Herkunft: Seit dem 19. Jahrhundert im süddeutschen Raum verbreitet, besonders in Baden bekannt.

  • Besonderheit: frühe Reifezeit verlängert die Erntesaison deutlich und ergänzt spätere Zwetschgensorten sinnvoll.

https://www.slowfood.de/was-wir-tun/projekte-aktionen-und-kampagnen/arche-des-geschmacks/die_arche_passagiere/buehler_fruehzwetschge

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BChler_Fr%C3%BChzwetschge

 

12. Süßkirsche - Prunus avium ‘Hedelfinger Riesenkirsche’

  • Es ist “eine der ältesten und ertragsreichsten Obstsorten” (Herkunft BaWü, Hedelfingen, um 1850)., anspruchslose Sorte

  • Geschmack: erfrischend süß, dennoch leicht säurehaltig  “Der Geschmack der Süßkirsche 'Hedelfinger Riesenkirsche' ist genauso wie man es sich von wunderbaren Kirschen vorstellt”

  • Verwendungen: Frischverzehr oder verarbeitet.

  • Fruchtreife: 7. Kirschwoche (Ende Juli/Anfang August)

https://biobaumversand.de/Suesskirsche-Hedelfinger-Riesenkirsche/007707023818782

 

13. Pflaume - Althans Reneklaude

  • Alte Edelpflaumensorte mit kräftigem Wuchs und gut aufgebauter, breitkroniger Entwicklung. Der Baum gilt als wärmeliebend, entwickelt sich bei guter Standortwahl zuverlässig und ist im traditionellen Streuobstanbau seit dem 19. Jahrhundert bekannt.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wertvoll für Bienen und andere Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroß bis groß, rundlich, rötlich-violett mit feiner Bereifung. Das Fruchtfleisch ist gelblich, sehr saftig, süß und ausgesprochen aromatisch, gut steinlösend.

  • Verwendung: Frischverzehr, Kuchen, Kompott, Marmelade, hochwertige Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab August bis Anfang September.

  • Herkunft: Ursprünglich aus Böhmen, seit dem 19. Jahrhundert im süddeutschen Raum verbreitet und als hochwertige Tafelpflaume geschätzt.

  • Besonderheit: geschmacklich besonders hochwertige Sorte, die das Spektrum der Steinobstarten erweitert und zur Vielfalt der Streuobstwiese beiträgt.

https://luenischhoehe.de/reneklode_graf_althans

https://de.wikipedia.org/wiki/Graf_Althanns_Reneklode

 

14. Zwetschge - Hauszwetschge

  • Traditionelle, sehr alte Zwetschgensorte mit bewährter Eignung für den Streuobstanbau. Der Baum wächst mittelstark bis stark, bildet eine stabile, breit aufgebaute Krone und gilt als robust sowie langlebig.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroß, länglich-oval, dunkelblau bis violett bereift. Das Fruchtfleisch ist gelblich, fest, saftig und aromatisch süß mit feiner Säure, gut steinlösend.

  • Verwendung: klassische Backsorte (Kuchen, Zwetschgendatschi), Marmelade, Kompott, Dörren, Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab September.

  • Herkunft: Seit Jahrhunderten im süddeutschen Raum verbreitet, eine der traditionsreichsten Zwetschgensorten im Streuobstbau.

  • Besonderheit: bewährte, vielseitige Sorte mit hoher Ertragssicherheit und großer Bedeutung für die regionale Obstkultur.

https://www.eggert-baumschulen.de/de/hauszwetsche.html

 

15. Birne - Nägelesbirne

  • Historische süddeutsche Birnensorte mit kräftigem, aufrechtem Wuchs und langlebiger Entwicklung. Der Baum bildet einen stabilen Stamm mit gut aufgebauter Krone und eignet sich besonders für den extensiven Streuobstanbau. Die Sorte gilt als robust und anpassungsfähig.

  • Blüte: weiße Blüten im Frühjahr, wertvoll für zahlreiche Bestäuber.

  • Frucht: mittelgroß, grünlich bis gelb mit feiner Berostung. Das Fruchtfleisch ist saftig, aromatisch und süß mit leicht würziger Note.

  • Verwendung: Frischverzehr, Mostsorte, Brennsorte, Verarbeitungsfrucht.

  • Fruchtreife: ab September bis Oktober.

  • Herkunft: Alte Sorte aus Süddeutschland, traditionell im Streuobstanbau verbreitet.

  • Besonderheit: robuste, vielseitig verwendbare Birnensorte mit guter Anpassungsfähigkeit und hohem landschaftstypischem Charakter für Streuobstwiesen.

https://obstsortenerhalt.de/node/1361

 

16. Quitte - Portugieser Birnenquitte

  • Alte, bewährte Birnenquittensorte mit kräftigem, mittelstarkem Wuchs und breit ausladender Krone. Der Baum gilt als robust und langlebig, bevorzugt sonnige, warme Standorte und entwickelt sich auf durchlässigen Böden besonders gut.

  • Blüte: große, zartrosa bis weiße Einzelblüten im späten Frühjahr, wertvoll für Insekten.

  • Frucht: birnenförmig, goldgelb, intensiv duftend. Das Fruchtfleisch ist fest, aromatisch und nach Verarbeitung angenehm mild-säuerlich.

  • Verwendung: Gelee, Mus, Kompott, Saft, Quittenbrot und Brennsorte.

  • Fruchtreife: ab Oktober.

  • Herkunft: Historische Sorte mit Verbreitung im süddeutschen Raum, besonders in wärmeren Lagen geschätzt.

  • Besonderheit: spätreifende Art mit hoher ökologischer Wertigkeit; erweitert die Erntesaison bis in den Herbst hinein und bringt eine zusätzliche Artengruppe in die Streuobstwiese ein.

https://www.pflanzenhof-online.de/obstbaeume/quittenbaeume/191/portugiesische-birnenquitte?number=10004

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Die Zukunft der Fläche am Galgenberg

Mit der ersten Pflanzung ist der Grundstein gelegt. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich junge und alte Bäume gemeinsam entwickeln, wie sich die Wiesenstruktur verändert und wie sich das Bodenleben stabilisiert.

Der Galgenberg ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Prozess. Baum für Baum entsteht hier wieder eine vielfältige, widerstandsfähige Streuobstwiese, als Lebensraum für Tiere, als Ort für Menschen und als Beitrag zur regionalen Versorgung.

Was hier wächst, ist ein Stück Kulturlandschaft, das wir gemeinsam in die Zukunft begleiten.

 

Es zeigt uns, was möglich wird, wenn Stadt, Behörden, Institutionen und engagierte Menschen konstruktiv zusammenarbeiten.

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