PermaWaldGarten


Pferde und Permakultur:
eine natürliche Verbindung
Pferde sind Steppentiere. Sie sind darauf ausgelegt, sich stundenlang zu bewegen, vielfältige Pflanzen zu fressen und ihr Futter selbst zu wählen. Moderne Pferdehaltung entfernt sich oft weit von diesen Bedürfnissen. Permakultur bietet einen Weg zurück: zu mehr Bewegung, mehr Vielfalt und einer Haltungsform, die für Pferd, Boden und Mensch funktioniert.
Was ist ein Paddocktrail?

Ein Paddocktrail, oft auch Tracksystem genannt, ist eine besondere Form der Pferdehaltung, bei der nicht die große offene Weide im Mittelpunkt steht, sondern ein durchdacht angelegter Rundweg.
Dieser Weg führt um eine Fläche herum oder verbindet verschiedene Bereiche eines Geländes miteinander. Die Pferde leben dabei nicht einfach auf einer einzigen Koppel, sondern bewegen sich auf einem angelegten Pfad.
Die Idee dahinter orientiert sich stark am natürlichen Verhalten von Pferden. In freier Wildbahn stehen Pferde nicht den ganzen Tag an einem Ort. Sie wandern, suchen Futter, gehen zum Wasser, ruhen, pflegen soziale Kontakte und legen dabei viele Kilometer zurück. Genau dieses Verhalten versucht ein Paddocktrail wieder mehr in die Haltung zurückzubringen.
Auf dem Trail werden wichtige Bereiche bewusst voneinander getrennt. Wasser, Heu, Mineralien, Schattenplätze, Liegebereiche, Futterbäume oder unterschiedliche Bodenuntergründe liegen nicht direkt nebeneinander, sondern an verschiedenen Stationen entlang des Weges. Dadurch entsteht Bewegung ganz von selbst. Das Pferd muss nicht künstlich beschäftigt werden, sondern folgt seinen natürlichen Bedürfnissen.
Ein gut geplanter Paddocktrail bringt Ruhe und Aktivität zugleich in die Herde. Die Pferde können sich ausweichen, miteinander laufen, gemeinsam fressen oder sich zurückziehen.
Auch die Gestaltung des Bodens spielt eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Untergründe wie Sand, Kies, Erde, Hackschnitzel oder befestigte Bereiche fördern die Hufgesundheit und sorgen dafür, dass die Pferde verschiedene Reize unter den Hufen erleben.
Ein Paddocktrail ist ein System, das Bewegung, Gesundheit, Sozialverhalten und Landschaftsgestaltung miteinander verbindet. Wird er naturnah geplant, können zusätzlich Hecken, Bäume, Blühflächen, Totholzbereiche, Wasserstellen und Schattenzonen entstehen.
So profitieren nicht nur die Pferde, sondern auch Insekten, Vögel und viele andere Tiere.
Das Ziel ist den Pferden einen Alltag zu ermöglichen, der ihrem Wesen näher kommt. Mehr Bewegung, mehr Abwechslung, mehr Eigenständigkeit und ein Umfeld, das Körper und Verhalten gleichermaßen anspricht.

Gesundheit und Wohlbefinden der Pferde
Wildpferde legen täglich 20 bis 40 Kilometer zurück. Der Paddocktrail bringt diese natürliche Bewegung zurück und wirkt sich auf den gesamten Körper aus
Mehr Bewegung
Pferde sind den ganzen Tag in Bewegung. Das stärkt Muskeln, schützt Gelenke und beugt Koliken und Langeweile vor.
Naturnahe Haltung
Verschiedene Untergründe wie Erde, Hackschnitzel und Wiese stärken die Hufe und beugen Erkrankungen vor.
Soziale Strukturen
Herdenhaltung mit Weidewechsel sorgt für weniger Stress und harmonischere Pferdegruppen.
Artgerechtes Fressverhalten
Heuraufen ermöglichen eine langsame Nahrungsaufnahme über den ganzen Tag, wie es dem natürlichen Verdauungssystem entspricht.

Bäume, Sträucher und intuitive Ernährung
Pferde können aus einem vielfältigen Pflanzenangebot intuitiv auswählen, was ihr Körper gerade braucht. Dieses Phänomen nennt sich Zoopharmakognosie. Bäume und Sträucher entlang des Tracks sind dabei weit mehr als Schatten spender.

Wirkung auf Weide und Boden
• Beschattung hält das Gras länger frisch
• Wurzeln lockern den Boden und verbessern die Belüftung
• Höhere Wasserspeicherung: Weiden überstehen Trockenphasen besser
• Laubfall fördert Humusbildung und verbessert die Nährstoffversorgung
• Kleinklima fördert Kräuterreichtum auf der Weide
• Wind- und Wetterschutz für die Pferde
• Erosionsschutz an Hängen Zusätzliches Futter vom Baum
• Laub, Zweige und Knospen als natürliche Ergänzung und Beschäftigung
• Obstbäume wie Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume liefern saisonale Leckerbissen
• Heckengehölze wie Hagebutte, Weißdorn und Schlehe liefern Vitamine und Mineralstoffe
Bewährte Futtergehölze für Pferde
• Weide: schnellwachsend, schnittverträglich und von vielen Pferden gern beknabbert
• Birke: lichter Baum, bringt Struktur und wird traditionell mit Stoffwechsel und Ausscheidung in Verbindung gebracht
• Weißdorn: wertvolles Heckengehölz, ökologisch wichtig und traditionell mit Herz und Kreislauf verbunden
• Schlehe: gute Heckenpflanze, bietet Schutz, Blüten, Früchte und Lebensraum für Tiere
• Hasel: gut schnittverträglich, robuste Knabberpflanze und gut geeignet für strukturreiche Tracks
• Hainbuche: schnittverträglich, robust und gut für Hecken und Windschutz geeignet
Wildkräuter auf dem Track
Viele sogenannte Unkräuter sind wertvolle Heilpflanzen, die Pferde gezielt aufsuchen:
• Schafgarbe: entzündungshemmend, verdauungsfördernd
• Spitzwegerich: bei Hustenreiz und Atemwegsproblemen
• Löwenzahn: leberwirksam, mineralstoffreich
• Brennnessel: eisenreich, blutreinigend
• Kamille: beruhigend auf Magen und Darm
Nachhaltigkeit und Umwelt
Kreislaufwirtschaft: Mist wird in Silos gesammelt und wird zu wertvollem Dünger oder einer zusätzlichen Einnahmequelle.
Wassermanagement: Zisternen fangen Regenwasser auf und reduzieren den Trinkwasserverbrauch deutlich.
Artenvielfalt: Bäume, Sträucher und Hecken bieten Lebensraum für Vögel, Insekten und Fledermäuse
Sie verbessern außerdem den Boden, so dass die gesamte Weide davon profitieren kann und somit die Pferde.
Bodenaufbau: Humusaufbau durch Laub, Mulch, Mistkompost und dauerhafte Begrünung.
Klimaanpassung: Schatten, Windschutz und Wasserspeicherung machen die Fläche widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit.
Erosionsschutz: Hecken, Wurzeln und Bodenbedeckung verhindern Abschwemmung und Bodenverlust.
Natürliche Kühlung: Bäume senken die Temperatur auf der Fläche und verbessern das Mikroklima für Pferde und Bodenleben.
Ressourcenschonung: Hackschnitzel, Schnittgut und Mist können möglichst vor Ort weiterverwendet werden.
Bodenleben: Regenwürmer, Mikroorganismen und Pilze werden gefördert und verbessern langfristig die Fruchtbarkeit.
CO₂-Bindung: Gehölze, Humus und dauerhafte Begrünung speichern Kohlenstoff im Boden und in der Biomasse.
Regionale Pflanzen: Verwendung heimischer und standortgerechter Gehölze stärkt die lokale Biodiversität.
Pflege statt Verbrauch: Die Fläche wird nicht ausgelaugt, sondern durch Pflege, Nutzung und Regeneration langfristig aufgebaut.

Vorteile von Permakultur

Praktische Vorteile im Betrieb
• Weniger Pflegeaufwand: Durch gute Wegeplanung entsteht weniger Matsch und das Abmisten wird einfacher.
• Robuste Infrastruktur: Hackschnitzelwege, Heuraufen und Unterstände sind langlebig und pflegeleicht.
• Optimale Weidenutzung: Ein Rotationssystem verhindert Überweidung und schont die Grasnarbe.
Image und Attraktivität
• Vorzeigeprojekt: Ein funktionierender Paddocktrail mit Permakultur ist ein Modell für artgerechte, ökologische Pferdehaltung.
• Mehr Unterstützerinnen und Unterstützer: Nachhaltigkeit begeistert Besucher, Spender und Partner.
• Alleinstellungsmerkmal: Klare Abgrenzung von klassischer, konventioneller Pferdehaltung.
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Biodiversität
Erfahre, warum Artenvielfalt die Grundlage jedes funktionierenden Ökosystems ist und wie wir mit gezielten Maßnahmen Lebensräume schaffen, die Pflanzen, Tieren und Menschen gleichermaßen zugutekommen.
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Waldgärten
Unser Waldgarten zeigt, wie Permakultur praktisch funktioniert: essbare Landschaften, natürliche Kreisläufe und ein lebendiges Beispiel für nachhaltige Landnutzung.

Ökosysteme
Wälder, Wiesen, Moore und Gewässer.
Jedes Ökosystem erfüllt eine einzigartige Aufgabe. Lerne die Vielfalt deutscher Lebensräume kennen und entdecke, wie sie miteinander verbunden sind.
